Auch C1-Juniorinnen im Halbfinale

Wenn Erster gegen Zweiter im Pokal aufeinandertreffen, braucht es keine zusätzlichen Schlagzeilen. Das Viertelfinale zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem Ludwigsfelder FC war ein echtes Spitzenspiel. Am Ende setzte sich der LFC mit 4:1 durch und zog verdient ins Halbfinale ein. 

Die Vorzeichen versprachen ein Duell auf Augenhöhe. In der Liga hatte man sich bereits ein packendes Spiel geliefert, das wir mit 4:2 für uns entscheiden konnten. Babelsberg ist dennoch aktueller Tabellenführer der West-Staffel und ging selbstbewusst in dieses Pokalspiel. Auch diesmal war klar, dass Kleinigkeiten den Unterschied machen würden.

Für uns begann die Herausforderung allerdings schon im Kopf. Vor einer Woche standen wir noch in der Halle bei der NOFV-Futsal-Meisterschaft, spielten mit höchster Intensität auf Parkett. Nun ging es ohne Übergang zurück auf das Großfeld, in ganz andere Dimensionen, mit weiten Wegen und völlig anderem Rhythmus. Zeit zum Umstellen blieb nicht. Zudem mussten wir weiterhin auf unsere Kapitänin Lina verzichten. Mit Sophie und Leni K. rückten zwei D-Mädchen in den Kader, für beide war es der erste Einsatz in einem Pflichtspiel auf dem großen Feld.

Die Anfangsphase war von Respekt geprägt. Niemand wollte den ersten Fehler machen. Doch schnell übernahmen wir spürbar die Kontrolle. Wir schoben konsequent nach, hielten Babelsberg in deren Hälfte und gewannen viele zweite Bälle. Noch fehlte die letzte Präzision im Abschluss, aber die Richtung war klar.

In der 17. Minute zahlte sich der Druck aus. Nisa antizipierte einen Abstoß der Torhüterin, setzte sofort nach und ging entschlossen in Richtung Tor. Ihr Abschluss war kompromisslos, die Führung zu diesem Zeitpunkt schon mehr als verdient. Man merkte, dass dieses Tor zusätzliche Sicherheit gab.

Das Spiel war intensiv, fast jede Aktion wurde hart geführt. Nach 25 Minuten dann ein Moment, der den Charakter dieses Spiels zeigte: Emma wurde nach einem robusten Einsteigen behandelt und musste zunächst vom Feld. Leni kam zu ihren ersten Minuten auf dem Großfeld. Besonders bemerkenswert: Sie ist Jahrgang 2014, somit drei Jahre jünger als einige ihrer Mit- und Gegenspielerinnen. Aus dem Handball kommend, spielt sie erst seit Beginn der Saison Vereinsfußball. Doch sie wirkte weder zögerlich noch eingeschüchtert. Im Gegenteil, sie war präsent, suchte die Duelle, forderte Bälle.

Wenig später belohnte sich das Duo aus der D-Jugend. Sophie setzte sich stark durch und legte im richtigen Moment quer. Leni blieb ruhig und schob ins lange Eck ein. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, gespielt von zwei Mädchen, die bis zu diesem Spiel ausschließlich auf dem Kleinfeld unterwegs waren.

Babelsberg fand offensiv nur selten Lösungen. Nur einmal sprang der Ball im Strafraumgewusel an den Pfosten, doch Fee reagierte schnell und sicherte die Situation. Ansonsten bestimmten wir Tempo und Spielrichtung, erspielten uns mehrere Abschlüsse und gingen mit einer verdienten Führung in die Pause.

Der Start in die zweite Halbzeit setzte ein deutliches Zeichen. Emma war zurück auf dem Feld und suchte sofort den Abschluss. Aus über 20 Metern zog sie ab, der Ball senkte sich unter die Latte. Ein Traumtor, das Wirkung zeigte und das Spiel weiter in unsere Richtung kippte. Babelsberg versuchte nun, über lange Bälle und noch mehr Einsatz ins Spiel zu kommen, doch klare Chancen blieben Mangelware. Unsere Defensive um Kimi, Helene, Lynn und Lucie arbeitete konzentriert und ließ kaum etwas zu. Im Mittelfeld bestimmten Nisa und Carlotta das Geschehen, während Alina über außen immer wieder Tempo aufnahm und gefährliche Hereingaben schlug.

In der 51. Minute fiel die Vorentscheidung. Carlotta spielte einen präzisen Steckpass in die Tiefe, Nisa setzte sich durch und vollendete zum 4:0. Das war effizient und Ausdruck unserer Überlegenheit an diesem Tag.

Mit dem klaren Rückstand für Babelsberg wurde das Spiel emotionaler. Nach einem langen Ball kam Babelsberg frei vor unser Tor und verkürzte auf 1:4. Noch 13 Minuten waren zu spielen, und die Gastgeberinnen warfen alles nach vorn. Die Zweikämpfe wurden intensiver, die Partie verlor etwas an Struktur. Der Schiedsrichter hatte Mühe, die Linie zu halten. Auf beiden Seiten blieben Fouls ungeahndet, immer wieder mussten Spielerinnen behandelt werden. Der Rhythmus ging verloren, strukturierte Angriffe kamen daher kaum noch zustande.

Mit dem Schlusspfiff feierte der LFC einen hochverdienten Halbfinaleinzug. Anders als im Ligaspiel ließen wir diesmal kaum Zweifel aufkommen. Die Mannschaft überzeugte nicht nur spielerisch, sondern vor allem mit Einsatz, Geschlossenheit und dem Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Die Vorgaben wurden auf beeindruckende Weise umgesetzt. Jede Spielerin brachte sich ein, jede übernahm Verantwortung.

Nun erwartet uns im Halbfinale im heimischen Waldstadion der FC Energie Cottbus. Ein Gegner, der schwer einzuschätzen ist, da viele Spielerinnen in der B-Juniorinnen-Mannschaft aktiv sind oder aus anderen Vereinen stammen. Die körperliche und spielerische Herausforderung wird noch einmal größer. Die Aussicht ist dennoch reizvoll. Das Finale wird nach 2023 und 2024 in diesem Jahr erneut in Ludwigsfelde stattfinden. Ein Endspiel vor eigener Kulisse wäre ein besonderer Moment. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, vielleicht anspruchsvoller als in den vergangenen Jahren. Doch nach diesem Auftritt wissen wir, dass diese Mannschaft bereit ist, ihn zu gehen.

SV Babelsberg 03 – Ludwigsfelder FC 1:4 (0:2)
0:1 Nisa (17.), 0:2 Leni K. (29., Sophie), 0:3 Emma (39., Nisa), 0:4 Nisa (51., Carlotta), 1:4 Babelsberg (57.)

Der LFC spielte mit:
Fee – Lynn, Kimi, Helene – Alina, Nisa, Carlotta, Emma – Sophie sowie Leni K. und Lucie


Unterdessen verloren unsere C2-Mädchen ihr Viertelfinalspiel bei Falkensee-Finkenkrug mit 0:3. Trotz der Niederlage aber ein beachtliches Ergebnis, verlor unsere erste Mannschaft doch vor Weihnachten noch mit 1:4 an gleicher Stelle. Unsere Mädchen zeigten großen Kampf und gerieten erst kurz vor der Pause in Rückstand. Ein Spiel, das Mut auf mehr macht.