Mit einem am Ende hochverdienten 2:0-Erfolg beim direkten Verfolger Babelsberg 03 haben die C1-Juniorinnen des Ludwigsfelder FC am vergangenen Spieltag ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um den Staffelsieg gesetzt. Dieser prestigeträchtige Sieg zementiert nicht nur die Tabellenführung mit nun vier Punkten Vorsprung, sondern bedeutet gleichzeitig die vorzeitige Qualifikation für das Halbfinale um die brandenburgische Landesmeisterschaft. Nach dem 4:2-Sieg im Hinspiel und dem deutlichen 4:1-Erfolg im Pokalviertelfinale behielt der LFC damit auch im dritten Aufeinandertreffen dieser Saison die Oberhand gegen die Filmstädterinnen.
Die Partie im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion begann ohne langes Abtasten direkt mit einer Schrecksekunde für die mitgereisten Fans. Die Gastgeberinnen kamen über die rechte Seite gefährlich zum Abschluss und setzten den Ball aus sehr spitzem Winkel gegen die Querlatte. Unsere Elf schüttelte diesen frühen Warnschuss jedoch beeindruckend schnell ab. Bereits nach sieben Minuten belohnten sich die Mädels für ihre erste Drangphase. Helene bewies eine exzellente Übersicht und bediente Emma mit einem präzisen langen Pass in die Tiefe. Emma setzte sich auf dem linken Flügel gewohnt dynamisch durch, marschierte allein auf das Gehäuse zu und schob das Leder mit einer bewundernswerten Ruhe zur frühen Führung ein.
Dieser Treffer wirkte wie ein Beruhigungstee für das gesamte Teamgefüge. Der LFC übernahm fortan das Kommando auf dem Platz. Besonders über die rechte Seite rollte Angriff um Angriff auf das Babelsberger Tor zu. Alina fand dort immer wieder riesige Lücken in der gegnerischen Abwehrformation vor. Einzig die letzte Konsequenz im Abschluss fehlte in dieser Phase für eine noch deutlichere Führung. Die Defensive um Kimi, Helene und Lynn stand derweil wie gewohnt sattelfest und unterband fast jeden Babelsberger Angriffsversuch bereits im Keim.
Dann folgte ein Aufreger der Sorte „Fußball-Feinkost“. Carlotta bediente Nisa mit einem exzellenten Zuspiel in die Spitze. Nisa bewies eine geniale Spielintelligenz. Sie ließ den Ball ohne eigene Berührung für die hinterlaufende Emma passieren. Emma vollendete diese Traumkombination eiskalt zum vermeintlichen 2:0. Doch plötzlich ertönte der Pfiff des Unparteiischen. Er entschied auf Abseits. Eine extrem diskutable Wahrnehmung sorgte für Fassungslosigkeit und eine gelbe Karte für die reklamierende Emma. Kurz vor dem Pausenpfiff musste unsere Torhüterin Fee dann ihr ganzes Können aufbieten. Mit einem glänzenden Reflex parierte sie einen gefährlichen Schuss auf das kurze Eck und rettete den knappen Vorsprung in die Kabine.
Der zweite Spielabschnitt startete mit einem absoluten Traumstart. Lediglich 31 Sekunden nach Wiederanpfiff zappelte das Netz der Gastgeberinnen erneut. Nisa hatte sich nach einem starken Schnittstellenpass im direkten Duell behauptet und die Kugel zunächst gegen den Pfosten gehämmert. Emma schaltete am schnellsten und drückte den Abpraller zum 2:0 über die Linie. Fast hätte Lina kurz darauf den Sack endgültig zugemacht, scheiterte nach einem Sololauf über den halben Platz jedoch an der stark reagierenden Babelsberger Torhüterin.
Mit fortlaufender Spieldauer änderte sich der Charakter der Begegnung merklich. Babelsberg versuchte angesichts des Rückstands zwar alles zur Wende, fand spielerisch jedoch kaum noch Lösungen gegen die kompakte Ludwigsfelder Ordnung. In der Folge wich die spielerische Eleganz einer deutlich härteren Gangart der Gastgeberinnen. Anstatt durch klare Pfiffe und rechtzeitige Grenzziehungen Ruhe in die Partie zu bringen, setzte der Unparteiische leider falsche Prioritäten. Er fokussierte sich verstärkt auf das Disziplinieren von verbalem Reklamieren statt auf das Unterbinden der physischen Härte. Das nutzten die Gastgeberinnen immer weiter aus. Insgesamt fünf Mal musste das Spiel für Behandlungspausen auf Ludwigsfelder Seite unterbrochen werden. Trotz dieser zahlreichen Foulspiele blieb die Pfeife des Schiedsrichters bei den entscheidenden Vergehen stumm. Sogar ein klares Foul an Emma im Strafraum inklusive verletzungsbedingter Auswechslung unserer Torschützin blieb ohne Konsequenzen. Paradoxerweise nützte dieser zerfahrene Spielfluss am Ende eher dem LFC. Die Babelsbergerinnen fanden durch die ständigen Unterbrechungen keinen Rhythmus mehr für eine Schlussoffensive. Zwei weitere Aluminiumtreffer der Gastgeberinnen entsprangen eher glücklichen Zufällen als echter Torgefahr.
Der Abpfiff löste auf Ludwigsfelder Seite kollektiven Jubel aus. Während die Mädels den Sieg und das sichere Halbfinalticket mit ausgelassenen Wasserduschen feierten, herrschte bei den Gegnerinnen tiefe Enttäuschung. Bei noch zwei ausstehenden Spielen hat der LFC den Staffelsieg nun komplett in der eigenen Hand. Zwar hat Babelsberg noch ein Spiel mehr vor der Brust, doch zwei weitere Siege des LFC würden unsere Mädels endgültig uneinholbar machen. Beim Halbfinale um die Landesmeisterschaft spielen die beiden besten Mannschaften beider Staffeln überkreuz gegeneinander. Der LFC ist nun das erste Team, das sich vorzeitig für dieses Halbfinale qualifizieren konnte.
Dieses Spiel hat eindrucksvoll gezeigt, warum diese Mannschaft aktuell ganz oben steht. Sie verfügt über die nötige Qualität, über Struktur im Spiel und vor allem über die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen ruhig zu bleiben und Lösungen zu finden. Jetzt liegt alles in der eigenen Hand. Und genau dort wollte man es haben.