FINALE! Unsere C1- und D1-Juniorinnen spielen um die Landesmeisterschaft

Zwei Halbfinalspiele, zwei Siege, ein historischer Sonntag für den Ludwigsfelder FC: Mit dem Einzug der C1- und D1-Juniorinnen in das Finale um die Landesmeisterschaft haben wir am gestrigen Tag ein deutliches Signal gesetzt. Der Dominanz, die über Jahre von den etablierten Schwergewichten des Landes ausging, haben wir etwas entgegengesetzt, denn der LFC hat sich als eine der Topadressen im Brandenburger Mädchenfußball fest etabliert. Der doppelte Finaleinzug markiert dabei eine Kräfteverschiebung: Wo in der Vergangenheit die Titel meist an dieselben Adressen gingen, ist der Ludwigsfelder FC nun endgültig als ernsthafter Herausforderer in der Spitze angekommen.

 

C1-Juniorinnen bestehen absoluten Härtetest am frühen Morgen

Das Waldstadion war am Sonntag Schauplatz eines Halbfinals, das an Intensität kaum zu überbieten war. Unsere C1-Juniorinnen setzten sich in einer packenden Begegnung mit 3:2 gegen den Storkower SC durch und zogen damit in das Finale um die Landesmeisterschaft ein. Wer an diesem Tag den Weg ins Stadion fand, erlebte einen Schlagabtausch, der von der ersten bis zur letzten Sekunde von unbändigem Kampfgeist und großer Härte geprägt war.

Die Vorzeichen für dieses Duell waren klar. Unsere Mädchen gingen zwar als Staffelsieger in die Partie, doch der Storkower SC reiste mit der Empfehlung einer makellosen Rückrunde an. Es war ein Spiel zweier Mannschaften, die sich über den gesamten Saisonverlauf stetig nach oben gearbeitet hatten. Schon in den Anfangsminuten wurde deutlich, dass heute kein Team dem anderen etwas schenken würde. Sofort flogen die Fetzen, jeder Zweikampf wurde mit aller Konsequenz geführt. Unsere Defensive verdiente sich dabei in der ersten Hälfte Bestnoten, da sie die gefährliche Storkower Torjägerin Alice Steinborn, die allein in der Rückrunde 24 Tore erzielte, nahezu komplett aus dem Spiel nahm. Mit jeder Menge Intensität, aber ohne zählbare Höhepunkte ging es in die Pause.

Nach der Pause wurde der Druck der Storkowerinnen jedoch spürbarer. In der 48. Minute schlug es dann das erste Mal ein, als Alice Steinborn dann doch eine kleine Lücke in unserer Defensive fand und den Ball zur Führung für die Gäste versenkte. Ein Rückstand in dieser Phase des Spiels wirkte wie ein Schock. Für unsere Mädels außerdem ein seltenes und gleichzeitig schlechtes Gefühl, denn bisher gingen beide Spiele verloren, in denen wir einem Tor hinterherlaufen mussten.

Doch der Ausgleich kam prompt. Sechs Minuten später schickte Carlotta den Ball mit einem präzisen Zuspiel in den Lauf von Nisa. Diese spurtete allein auf das Tor zu, während zwei Verteidigerinnen hartnäckig den Verfolgungskurs aufnahmen. Im perfekten Moment zog Nisa ab, legte den Ball in die lange Ecke und ließ die Storkower Abwehr genau einen Schritt zu spät kommen – der Ausgleich. Und jetzt nahm der Zug fahrt auf. Nur eine Minute später flankte Emma von links nach innen. Der Ball wurde lang, die Storkower Torhüterin streckte sich bis zum Anschlag, konnte den Ball aber nicht festhalten. Im entstandenen Strafraumgewusel bewies Lina den größten Willen, behauptete sich gegen ihre Gegenspielerin und wuchtete den Ball zur 2:1-Führung über die Linie.

Das Spiel entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Vorn zwang Nisa die gegnerische Torhüterin mit einem wuchtigen Schuss aus 30 Metern zu einer Glanzparade. Hinten lenkte Fee einen Ball knapp über die Latte. Wenig später verlor unsere Torhüterin jedoch bei einer Unachtsamkeit den Ball an Steinborn, die eiskalt zum 2:2 ausglich. Noch fünf Minuten zu spielen, die Verlängerung lag in der Luft.

Es lief bereits die letzte Spielminute, als Lina den Ball halbhoch nach innen brachte. Eine Storkowerin blockte den Ball mit abgespreiztem Arm. Der Pfiff zur Strafstoßentscheidung löste bei den Gästen lautstarke Proteste aus mit anschließender Gelben Karte für einen der Storkower Trainer aus. Doch die Situation war eindeutig. Die riesige Verantwortung in der letzten Minute übernahm schließlich Carlotta. Ihr halbhoher Schuss in die rechte Ecke konnte die Torhüterin zunächst parieren und an den Pfosten lenken. Von dort kullerte der Ball die Torlinie entlang und schließlich ins Netz. 3:2 im letzten Augenblick. Was für ein Moment.

Doch aufgrund von mehreren Verletzungsunterbrechungen und vielen Diskussionen beim Strafstoß ordnete der Schiedsrichter sieben Minuten Nachspielzeit an. Storkow warf nun alles nach vorn, jede Ecke wurde zur Gefahr, da sogar die gegnerische Torhüterin mit aufrückte. In der allerletzten Sekunde der Partie dann noch einmal große Aufregung. Der Ball prallte Nisa aus kürzester Distanz und im eigenen Strafraum an den Ellenbogen, der jedoch eng am Körper anlag. Folgerichtig lies der stets souveräne Schiedsrichter weiter spielen. Was dann folgte, waren Szenen, die man sich lieber erspart hätte. Das Storkower Trainerteam verlor komplett die Fassung, brüllte den Schiedsrichter massiv an, eine Spielerin rempelte diesen und zeigte ihm den Stinkefinger, wofür sie folgerichtig den Platz mit roter Karte verlassen musste. Nur mit Mühe konnte sie von weiteren Dummheiten abgehalten werden. Unser Dank gilt dem jungen Schiedsrichter, der in diesem extrem aufgeheizten Moment und im gesamten Spiel davor eine hochsouveräne Linie fuhr und die Partie stets unter Kontrolle hatte.

Am Ende war es ein Sieg des Willens, der uns nun am  27. Juni um 12 Uhr nach Stahnsdorf führt. Dort treffen wir in der Heimspielstätte des RSV Eintracht auf unseren Dauerrivalen Babelsberg 03. Wir haben in dieser Saison bereits dreimal gegen die Babelsbergerinnen gespielt und konnten alle Duelle für uns entscheiden (4:2, 4:1 und 2:0). Alle Partien waren geprägt von hoher Qualität, aber vor allem auch von intensivem Spiel und großer Emotionalität. Wenn die beiden besten Mannschaften des Landes Brandenburg aufeinandertreffen, ist alles angerichtet für ein würdiges Saisonfinale.

 

D-Juniorinnen mit souveränem Halbfinal-Sieg

Ein völlig anderes Spiel bot sich bei den D-Juniorinnen. Mit der SG Mildenberg empfingen unsere Mädels die Gegnerinnen mit dem weitesten Anfahrtsweg der gesamten Landesliga. Um der langen Anreise Rechnung zu tragen, setzten wir die Anstoßzeit für unsere D-Juniorinnen ausnahmsweise auf 14 Uhr fest.

Beide Teams waren sich bereits im Februar im Pokalviertelfinale im Waldstadion begegnet. Damals dominierten unsere Mädchen die Partie und gewannen souverän mit 7:0. Dennoch beginnt jedes Spiel bei 0:0, sodass die Devise lautete: Konzentration hochhalten.

Unsere Mädels starteten gewohnt offensiv und setzten von Beginn an Akzente in der gegnerischen Hälfte. Bereits in der 4. Minute netzte Sophie nach Vorarbeit von Greta zum 1:0 ein. Acht Minuten später war es erneut Sophie, die nach einer unfreiwilligen Vorlage von Nora gedankenschnell schaltete und auf 2:0 erhöhte.

Generell prägte Nora an diesem Tag das Spielgeschehen – sowohl mit ihren Vorlagen, etwa bei ihrer Ecke auf den langen Pfosten, die Greta in der 19. Minute per Kopf zum 3:0 verwertete, als auch mit ihren beiden eigenen Treffern in der 28. und 32. Minute.

Auch Zoey (25. und 49. Minute) sowie Leni (30. Minute) durften sich in die Torschützenliste eintragen und komplettierten die acht Tore unseres Teams an diesem Tag.

Mit einer 6:0-Führung zur Pause schalteten die Mädels in der zweiten Halbzeit zwei Gänge zurück. So gelang Mildenberg im Verlauf des zweiten Durchgangs mit zwei schön herausgespielten Treffern noch etwas Ergebniskosmetik. Der Sieg unserer Mannschaft war jedoch zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Unsere D-Mädels ziehen damit souverän ins Meisterschaftsfinale ein und treffen dort am 27.06. in Stahnsdorf auf den Titelverteidiger Eintracht Wandlitz. Nun gilt es, sich die Kirsche auf den grandiosen Eisbecher zu setzen, den wir in dieser Saison mit dieser Mannschaft erleben durften.

15 Siege aus 16 Spielen, die meisten erzielten Tore der Landesliga (192), die wenigsten Gegentore der Liga (12), Staffelsieger Ost in der Landesliga und natürlich der Landespokalsieg 2026 – die Bilanz dieser Mannschaft ist beeindruckend. Wenn es einem Team gelingt, das Double nach Ludwigsfelde zu holen, dann unseren D-Juniorinnen. 

Mit dem doppelten Finaleinzug hat der Ludwigsfelder FC ein deutliches Ausrufezeichen hinter das aktuelle Leistungsniveau der eigenen Nachwuchsarbeit gesetzt. Für die Spielerinnen und das Trainerteam ist der 27. Juni in Stahnsdorf nun der verdiente Lohn und eine Gelegenheit, diese Spielzeit zu veredeln. Dass wir dabei erstmals mit zwei Teams um die Landesmeisterschaft spielen, ist ein Meilenstein in unserer noch jungen Geschichte des Mädchenfußballs. Es ist der Beleg dafür, dass der LFC im Brandenburger Mädchenfußball längst aus dem Schatten anderer Schwergewichte getreten ist und sich eine feste Rolle unter den führenden Vereinen erarbeitet hat.