Landesmeister! Pokalsieger! Double! – D-Mädchen schreiben Vereinsgeschichte!

Geschichte geschrieben! Die D-Juniorinnen des Ludwigsfelder FC sind Brandenburger Landesmeister 2026. Mit einem 4:1-Erfolg gegen Eintracht Wandlitz gewann erstmals überhaupt ein Jugendteam des LFC den höchsten Titel des Landes. Nach dem Gewinn des Landespokals machte die Mannschaft damit auch das Double perfekt und krönte eine Saison, die in der Vereinsgeschichte ihresgleichen sucht.

Ludwigsfelder FC gegen Eintracht Wandlitz. Kaum ein Spiel hat in den vergangenen Jahren so polarisiert, so gefesselt und für so viel Spannung gesorgt wie dieses Duell. Erwartungsgemäß sollte genau dieses Spiel über die diesjährige Landesmeisterschaft entscheiden.

Da die Landesliga 2025/26 in zwei Staffeln aufgeteilt war, spielten die jeweils Erst- und Zweitplatzierten im Halbfinale über Kreuz gegeneinander, um anschließend im Finale die Landesmeisterinnen zu ermitteln.

Am 27.6.2026 sollte es soweit sein. Der zentrale Finalspieltag in Stahnsdorf war bereits geplant, die Teams waren heiß – vielleicht sogar zu heiß. Eine drückende Hitzewelle bis zu 40 Grad Celcius hatte Brandenburg fest im Griff, sodass sich der Fußball-Landesverband gezwungen sah, den Finalspieltag abzusagen. Den beteiligten Vereinen blieb es überlassen, Ort und Zeitpunkt des Endspiels selbst zu bestimmen.

So spielten wir zwar am selben Tag, aber bereits in den frühen Morgenstunden, um der unerträglichen Hitze zumindest ein wenig zu entgehen. Auch darüber hinaus wurde alles unternommen, um den Spielerinnen die Bedingungen so angenehm wie möglich zu machen. Zahlreiche Kühlboxen, kalte Handtücher, Eis und Kühlakkus begleiteten unsere Mädchen nach Bestensee, wo das Spiel nun stattdessen stattfand.

Doch selbst um 9 Uhr morgens flimmerte die Hitze bereits über dem Rasenplatz am Todnitzsee. Die Anspannung war greifbar, als der Anpfiff ertönte und unsere D-Mädchen in ihr letztes Saisonspiel starteten. Trotz der hohen Temperaturen entwickelte sich sofort ein intensives Spiel auf beiden Seiten. Viele der Spielerinnen kennen sich aus der Landesauswahl – doch in diesem Finale waren sie ausschließlich ihren Vereinsfarben verpflichtet. Das war von der ersten bis zur letzten Minute zu sehen und zu spüren.

Die Mädchen aus Wandlitz spielten einen ansehnlichen Fußball und stellten vor allem unsere rechte Defensivseite vor große Herausforderungen. Lina gelang es in den Anfangsminuten noch nicht, ihre körperliche Überlegenheit auf den Platz zu bringen. Doch wie so oft in dieser Saison galt: Wenn eine nicht mehr kann, macht die nächste den Extraweg. Gemeinsam überstanden unsere Mädels die Drangphase der Gäste. Großen Anteil daran hatte auch Timea mit einer Parade aus der Kategorie „unhaltbar“. Bis heute weiß wohl niemand, wie sie diesen Ball, der aus spitzem Winkel mit voller Wucht auf ihr Tor kam, noch an den langen Pfosten lenken konnte. Doch auch wir setzten offensive Akzente. Leni machte die linke Seite zur Autobahn und durchbrach mehrfach die Wandlitzer Defensive. Lediglich das Abschlussglück fehlte zunächst. Auch Zoey tauchte – oftmals durch Nora in Szene gesetzt – einige Male gefährlich vor dem Tor auf, setzte ihre Abschlüsse jedoch noch zu unplatziert.

In der 27. Minute dann aber die Erlösung. Zoey setzte die gegnerische Verteidigerin bei einem Abstoß so konsequent unter Druck, dass deren Rückpass zur Torhüterin zu kurz geriet. Zoey war zur Stelle, erlief den Ball und spitzelte ihn an der Schlussfrau vorbei ins Tor. Die Führung kam zu diesem Zeitpunkt vielleicht etwas überraschend, war aber keineswegs unverdient. Aber die Hitze wurde immer drückender. Jede Spielunterbrechung nutzten die Mädchen, um schnell eine Trinkflasche zu greifen. Während der beiden Trinkpausen pro Halbzeit wanderten gekühlte Handtücher auf die Köpfe und Eiswürfel sogar in die Stutzen.

Doch nicht nur das sommerliche Wetter brachte das Thermometer zum Explodieren – dafür sorgte unsere Elsa. Kurz nach ihrer Einwechslung marschierte sie die rechte Seite entlang. Man wollte ihr schon zurufen, dass das Spielfeld gleich endet. Doch kurz vor der Grundlinie zog sie nach innen, ließ ihre Gegenspielerin mit einer geschickten Körpertäuschung stehen und hatte die Wahl: querlegen oder aus nahezu unmöglichem Winkel selbst abschließen. Sie entschied sich für Variante zwei.

Mit ihrem Treffer zum 2:0 brachte sie die Ludwigsfelder Fans endgültig zum Ausrasten. Denn dieses Tor bedeutet nun nicht nur eine komfortable Führung, Elsa erzielte ihr erstes Saisontor! Hätten wir gewusst, dass du dir dein Premierentor für genau diesen Moment aufhebst, wären wir wohl deutlich entspannter durch die Saison gegangen.

Nach dem zweiten Gegentreffer wurde Wandlitz wieder stärker. Doch unsere Mädchen spielten clever und verteidigten leidenschaftlich. Sophie beackerte das Mittelfeld unermüdlich in beide Richtungen und war überall zu finden. Emilia erklärte die linke Abwehrseite kurzerhand zur Sperrzone und ließ jeden noch so gut vorgetragenen Angriff verpuffen. Gleichzeitig eröffnete sie das Spiel immer wieder mit starken Pässen in die Offensive. Greta stand hinten wie ein Fels in der Brandung und bewies erneut, warum sie in der Innenverteidigung gesetzt ist. Man hatte fast das Gefühl, dass sie an diesem Ort noch ein Stück selbstbewusster auftrat. Schließlich spielte sie in ihrem Wohnzimmer. Unsere Greta trägt eben zwei Herzen in ihrer Brust: Bestensee und Ludwigsfelde.

Dann Halbzeit. Durchatmen. Abkühlen. Puls herunterfahren. Die Hitze forderte ihren Tribut. Lina verließen die Kräfte, nachdem sie unzählige Meter gegen die schnellen Stürmerinnen der Landesauswahl gegangen war. Hannah kam ins Spiel und erfüllte ihre Aufgabe nicht minder stark. Auch nach der Pause ging es auf beiden Seiten hoch her. Wandlitz stellte um und wurde offensiver. In der 48. Minute gelang den Eintracht-Mädchen schließlich der Anschlusstreffer. Ein perfekt getimter Pass in die Spitze hebelte unsere Defensive komplett aus, und auch Timea war diesmal chancenlos. In der Folge drückte Wandlitz auf den Ausgleich. Wieder ein tiefer Ball, wieder steht die Stürmerin frei vor Timea. Der erste Schuss – alle sehen den Ball schon im Tor. Doch unsere Nummer 1 bekommt noch die Hand an den Ball, kann ihn aber nicht festhalten. Der Abpraller landet direkt vor den Füßen der Angreiferin. Sofort der zweite Abschluss. Keiner atmet. Kein Geräusch. Nur Timea.

Sie reagiert blitzschnell und pariert auch diesen Schuss aus kürzester Distanz. Aber nicht nur Timea wächst über sich hinaus. Die eingewechselte Louisa unterbindet im weiteren Spielverlauf bereits im offensiven Mittelfeld zahlreiche Angriffsversuche der Wandlitzerinnen durch energisches Gegenpressing.

Wandlitz drückte aber weiter und öffnete dadurch Räume für Konter. Ein tiefer Ball von Leni erreicht Zoey. Sie lässt eine Verteidigerin aussteigen und schiebt den Ball mit der rechten Fußspitze an der Torhüterin vorbei. Auch solche Geschichten schreibt wohl nur ein Finale. Unser quirliger Linksfuß erzielt ihr erstes Tor mit dem rechten Fuß – ausgerechnet im Endspiel.

Zwei Minuten vor Schluss wirkte Wandlitz geschlagen. Doch noch war der Deckel nicht endgültig drauf. Die zahlreichen Trinkpausen wurden selbstverständlich nachgespielt. Nach einigen harmlosen Angriffen auf beiden Seiten fasste sich Sophie in der 65. Minute ein Herz. Weit vor der Strafraumkante erkannte sie, dass die Torhüterin etwas zu weit vor ihrem Tor stand. Der Ball segelte über die Keeperin hinweg, die ihn nur noch mit den Fingerspitzen berühren, aber nicht mehr vom Tor weglenken konnte.

Jetzt war allen klar: Das war’s!

Dann ertönte endlich der Schlusspfiff. Sieg. 4:1.

Alle stürmen auf den Platz, fallen sich in die Arme, rennen zu den zahlreichen Fans und lassen sich feiern. Konfettikanonen versetzen die Mädchen endgültig in Ekstase. Noch einmal kurz abkühlen, dann geht es zur Pokalübergabe.

Und da ist sie endlich: Die Kirsche auf unserem Eisbecher dieser Saison.

Die D-Juniorinnen des Ludwigsfelder FC holen nicht nur souverän den Staffelsieg der Landesliga Ost. Sie gewinnen zusätzlich den Landespokal und krönen ihre Saison mit der Landesmeisterschaft. Das Double! Erstmals gelingt dieses Kunststück einer Mannschaft des Ludwigsfelder FC in mittlerweile 30 Jahren Vereinsgeschichte. Was für ein Fingerzeig und zugleich eine besondere Auszeichnung, dass ausgerechnet ein Mädchenteam diese Premiere schreibt.

An unseren Mädels führte in dieser Saison schlicht kein Weg vorbei. 26 Spiele – inklusive Test- und Pokalpartien – haben sie bestritten. 24 Mal verließen sie den Platz als Siegerinnen. Eine solche Dominanz sucht im Brandenburger Fußball ihresgleichen.

Und dann direkt nach Hause? Natürlich nicht!

Alle Mädchen und Trainer springen im kompletten Outfit in den Todnitzsee. Schöner kann man einen solchen Tag wohl kaum ausklingen lassen. Von der Ersatzbank direkt ins Wasser. Dort feiern wir ausgelassen weiter und spülen Schweiß, Tränen und die Zweifel der vergangenen Monate einfach weg.

Zum Abschluss bedanken wir uns herzlich bei Grün-Weiß Bestensee für die kurzfristige und unkomplizierte Möglichkeit, dieses Finale bei euch austragen – und anschließend sogar baden – zu dürfen.
Ein ebenso großes Dankeschön geht an die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer vor Ort. Ihr habt unsere Mädels über die gesamte Spielzeit getragen.

Eine Saison endet. Erinnerungen bleiben, an die Busfahrten, die Kabinenansprachen, den Schabernack im Training, die Umarmungen nach dem Schlusspfiff oder den Sprung in den Todnitzsee.

Was diese Mannschaft in den vergangenen Monaten erreicht hat, lässt sich nicht allein an Pokalen, Medaillen oder Statistiken messen. Was noch viel mehr hängen bleibt: Sie hat füreinander gekämpft, Rückschläge weggesteckt, sich gegenseitig getragen und Woche für Woche bewiesen, was als echtes Team voller Freundinnen möglich ist. Staffelsieger. Landespokalsieger. Landesmeister. Double.

Mehr kann man sportlich nicht erreichen. Mehr muss man über diese Mannschaft eigentlich auch nicht sagen.