Titel verteidigt, Sensation perfekt: C1-Mädchen erneut Hallenlandesmeister

Was diese Mannschaft in Cottbus geschafft hat, ist alles andere als selbstverständlich. Unsere C1-Mädchen haben den Titel bei der Hallenlandesmeisterschaft im Futsal verteidigt – und das unter deutlich schwierigeren Bedingungen als noch im Vorjahr. Stärkeres Teilnehmerfeld, fast komplett neu formiertes Team, große Namen auf dem Weg zum Titel. Und trotzdem steht am Ende erneut der LFC ganz oben. Und ganz nebenbei: Damit gewinnt der LFC jedes einzelne absolvierte Hallenturnier der C-Juniorinnen in den vergangenen beiden Hallensaisons.

Der Turniertag begann früh. Sehr früh. Um 6.30 Uhr ging es in Ludwigsfelde los, kurz vor acht betrat das Team die Halle in Cottbus. Die Zielsetzung war bewusst vorsichtig formuliert: eine Medaille. Alles darüber hinaus sollte Bonus sein. Dass am Ende der Titel verteidigt werden würde, schien zu diesem Zeitpunkt eher utopisch. Zu stark das diesjährige Teilnehmerfeld mit den Teams aus Wandlitz, Energie Cottbus und der Sportschule von Turbine Potsdam. Zumal eine wichtige Säule fehlte. Kapitänin Lina musste verletzungsbedingt passen und verpasste ausgerechnet an ihrem Geburtstag das erste große Saisonhighlight.

Der Start ins Turnier verlief zunächst nicht ideal. Gleich im ersten Spiel ging es gegen Turbine Potsdam II, einen Gegner, den man wenige Wochen zuvor noch beim Turnier in eigener Halle geschlagen hatte. Diesmal reichte es trotz ordentlicher Leistung nur zu einem 1:1. Ein kleiner Dämpfer, aber kein Bruch. Im zweiten Gruppenspiel gegen Dauerrivale Wandlitz zeigte der LFC dann, wohin die Reise gehen kann. Dominant, aggressiv gegen den Ball und mit klaren Lösungen im Spiel nach vorn ließ man Wandlitz kaum Luft zum Atmen und gewann deutlich mit 3:0.

Spätestens jetzt war zu spüren, dass die Mannschaft im Turnier angekommen war. Die Intensität stimmte, der Wille war da, die Abläufe griffen immer besser. Auch im dritten Gruppenspiel gegen Storkow bestimmte der LFC das Geschehen. Eine schnelle 2:0-Führung brachte Sicherheit, die Startspielerinnen konnten erneut etwas geschont werden. Zwar verkürzte Storkow noch auf 2:1, doch echte Gefahr kam nicht mehr auf. Mit dem dritten Spiel endete auch die Gruppenphase – und der LFC schloss sie souverän als Erster ab.

Im Halbfinale wartete mit Energie Cottbus der nächste große Name. Es entwickelte sich ein intensives, körperliches und zeitweise hitziges Spiel. Die Schiedsrichter hatten einiges zu moderieren, verteilten Karten, hielten die Partie aber jederzeit im Griff. Auf dem Feld zeigte Ludwigsfelde genau das, was Futsal ausmacht: Leidenschaft, Laufbereitschaft, gegenseitiges Absichern. Jeder ging an seine Grenze. Der Lohn war ein knapper 1:0-Sieg, den Torhüterin Fee in der Schlussphase mit mehreren starken Paraden festhielt. Der Einzug ins Finale war geschafft.

Und dort wartete die wohl größte Herausforderung des Tages. Die Sportschule von Turbine Potsdam, gespickt mit Landesauswahlspielerinnen, technisch hervorragend, individuell stark. Doch Ludwigsfelde begann mutig. Frühes Pressing, viele Ballgewinne, mehrere gute Chancen. Die Mädchen rannten, fighteten, warfen sich in jeden Zweikampf. Dann der erlösende Moment: Nisa traf zum 1:0. Kurz darauf sogar die Chance auf das zweite Tor per indirektem Freistoß von der Sechsmeterlinie. Nisa zimmerte den Ball rotzfrech direkt auf die auf der Torlinie stehende Mauer, mehrfach abgefälscht, aber leider von der Linie gekratzt. Die Sensation lag greifbar in der Luft.

Eine Minute vor Schluss dann der Schock. Ein schneller Konter der Potsdamerinnen, kaum zu verteidigen. 1:1. Sechsmeter-Schießen. Das, was man eigentlich vermeiden wollte.

Doch genau hier zeigte sich, was dieses Team ausmacht. Obwohl sie bereits die meiste Spielzeit in den Beinen hatten und sichtbar am Limit waren, meldeten sich Carlotta, Kimi und Nisa sofort. Keine Diskussion, kein Zögern. Carlotta ging als heutige Kapitänin voran, übernahm den ersten Schuss und verwandelte eiskalt. Auch alle weiteren Schützinnen trafen. Dann musste Carlotta ein zweites Mal ran – und blieb erneut nervenstark. Auf der anderen Seite scheiterte die erste Potsdamer Schützin. Dann nur noch Jubel. Erleichterung. Ungläubiges Durchatmen.

Der Ludwigsfelder FC gewinnt das Entscheidungsschießen und damit das Finale und verteidigt sensationell den Titel der Hallenlandesmeisterschaft. Und das als Mannschaft, die über den gesamten Turniertag hinweg den reifsten, mutigsten und besten Futsal gespielt hat.

Großer Jubel, zahlreiche Glückwünsche von allen Seiten und ein Moment, den viele so schnell nicht vergessen werden. Als zusätzliche Anerkennung wurde Nisa ins Allstar-Team des Turniers gewählt.

Mit dem Titelgewinn vertritt der Ludwigsfelder FC nun das Land Brandenburg bei der Futsal-Meisterschaft des nordostdeutschen Fußballverbandes NOFV. Am 22. Februar trifft das Team im Berliner Olympiapark auf die Hallenlandesmeister aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin, Thüringen und Sachsen – unter anderem auf den 1. FC Union Berlin und den 1. FC Magdeburg.

Ein großer Dank geht an alle mitgereisten Eltern und lautstarken Fans des Jungen Kollektivs für die sensationelle Unterstützung sowie an den Fußball-Landesverband Brandenburg für die reibungslose Organisation dieses Turniers.

Die Landesmeisterinnen sind: Alina, Carlotta, Celine, Emma, Felicia, Helene, Kimi, Lara, Lina, Lucie, Lynn, Nisa und Paulina.

 

Fotos: FLB, Thomas Müller (Energie Cottbus)