Ein großes Spiel, eine besondere Bühne und am Ende ein verdienter Sieger: Der LFC unterliegt Energie Cottbus im Pokalhalbfinale mit 1:3 und muss den Traum vom Finale im eigenen Stadion begraben.
Dabei hätte der Rahmen kaum passender sein können. 12 Grad, strahlender Sonnenschein, erstmals ein Pflichtspiel im Waldstadion selbst und nicht daneben. Dazu eine Kulisse von mehr als 100 Zuschauern, die dem Spiel genau die Atmosphäre gaben, die es verdient hatte. Es fühlte sich von Beginn nach mehr an als „nur“ nach Halbfinale. Eher nach einem Endspiel, das eine Runde zu früh angesetzt wurde.
Cottbus übernahm zunächst die Kontrolle, war körperlich präsent und klar in den Abläufen. Der LFC brauchte ein paar Minuten, um sich an Tempo und Intensität zu gewöhnen. Das 0:1 fiel schnell. Eine präzise Flanke, ein Kopfball am langen Pfosten, kaum zu verteidigen.
Doch mit jeder Minute fand der LFC besser ins Spiel. Die Wege wurden mutiger und die Zweikämpfe konsequenter geführt. Nach etwa 15 Minuten bot sich Lina die große Chance auf den Ausgleich. Zentral vor dem Strafraum kommt sie freistehend an den Ball und schließt dann zu überhastet ab. Kurz darauf die strittigste Situation des ersten Durchgangs. Nisa geht im Strafraum ins Eins gegen Eins, kommt im Gerangel zu Fall. Viele fordern Elfmeter, der Schiedsrichter bleibt ruhig. Eine letztlich vertretbare Entscheidung, auch wenn sie auf den Rängen anders gesehen wurde.
Der LFC war jetzt drin im Spiel, spürte, dass hier etwas möglich ist. Aber noch fehlte die letzte Genauigkeit, der letzte Mut im entscheidenden Moment. Cottbus blieb vor allem über Standards gefährlich, ohne sich aus dem Spiel heraus viele klare Chancen zu erarbeiten. Mit dem 0:1 ging es in die Pause.
Der zweite Durchgang begann mit viel Mut, aber denkbar ungünstig. Eine Hereingabe, ein unglückliches Abfälschen von Kimi, der Ball landet im eigenen Tor. 0:2 nach wenigen Minuten. Ein Nackenschlag.
Doch unsere Mädchen gaben nicht auf. Kurz geschüttelt, jetzt erst recht!
Der LFC hielt dagegen, wurde aggressiver, präsenter, kämpfte sich in jeden Zweikampf. Gleichzeitig merkte man, wie viel Kraft dieses Spiel kostete. Cottbus nutzte die Räume besser und kam nun zu den klareren Möglichkeiten. In der 53. Minute dann das 0:3 nach einem Ballverlust im Aufbau. Eiskalt bestraft.
Und trotzdem war da keine Mannschaft, die sich ergab. Im Gegenteil. Der LFC stemmte sich dagegen, hielt das Tempo hoch und wurde von einer überragenden Fee im Tor immer wieder im Spiel gehalten. Mehrfach im Eins gegen Eins zur Stelle, dazu mehrere spektakuläre Paraden bei Schüssen aus kurzer Distanz, die sie über die Latte lenkte.
Sieben Minuten vor Schluss dann der Anschlusstreffer, der letztlich doch nur der Ehrentreffer wurde. Freistoß aus rund 30 Metern. Carlotta tritt an und trifft den Ball perfekt. Der Schuss senkt sich unter die Latte. Ein Tor, das man sich auch nach dem Spiel noch einmal anschauen möchte. 1:3.
Die Schlussphase gehörte dem LFC. Mehr Risiko, mehr Druck, mit Sophie eine zusätzliche Stürmerin auf dem Feld, hinten auf Zwei umgestellt. Das Spiel lief jetzt fast ausschließlich Richtung Cottbus-Tor. Die ganz große Chance wollte sich aber nicht mehr ergeben, weil Cottbus clever verteidigte, was zu verteidigen war.
Am Ende steht ein Ergebnis, das in Ordnung geht. Cottbus war über die gesamte Spielzeit einen Tick reifer, klarer in den entscheidenden Situationen.
Natürlich tut so ein Spiel weh. Gerade, wenn das Ziel so greifbar war. Aber genau solche Erfahrungen prägen eine Saison. Sie zeigen, was schon da ist und was noch fehlt. Und sie hinterlassen etwas, das man in den nächsten Wochen gut gebrauchen kann: Zusammenhalt, Trotz und die Überzeugung, auf diesem Niveau mithalten zu können.
Das Finale im eigenen Stadion wird es nicht geben. Dafür aber die nächste Aufgabe: In der Meisterschaft geht es sofort weiter. Schon am Mittwoch wartet die Mannschaft von Babelsberg 74 auf unser Team. Und wer dieses Halbfinale gesehen hat, weiß, dass diese Mannschaft noch längst nicht fertig ist.